Von RPA zu Hyperautomation: intelligente, umfassende Automatisierung

Seit der Einführung des Begriffs Robotic Process Automation (RPA) 2012 gab es einen zunehmenden Hype. Und dann zumindest teilweise enttäuschte Erwartungen. Ist RPA tot? Und Hyperautomation „nur“ ein neuer Hype? Wir denken nicht. Erfahren Sie, worum es bei dem Gartner-Begriff Hyperautomation wirklich geht. Und was bei Automatisierung in Zukunft wichtig wird.

HfS Research, ein internationaler Tech-Analyst, titelte schon im Frühjahr 2019 provokant: „RPA is dead“. HfS bezieht sich dabei auf die anfänglich recht enge, einfache Definition von RPA. Diese fokussierte zu Beginn vor allem auf die Automatisierung lediglich kleiner, stückchenweiser Aufgaben, häufig in Form von beaufsichtigten Szenarien (attended automation). Das heißt, ein RPA Bot führt einen Prozess nicht komplett automatisiert aus, sondern nur in Zusammenarbeit mit und unter „Beaufsichtigung“ von Menschen. Die Aufforderung des Analysten: Automatisierung integriert betrachten. Es geht also nicht um viele einzelne Technologien wie RPA, Künstliche Intelligenz (KI) oder Analytics. Vielmehr geht es um den integrierten Einsatz von „RPA UND Künstlicher Intelligenz UND Analytics“.

Integrierte Automatisierung

Kurz gesagt, macht RPA digitale Prozesse schneller und besser. In einem ersten Schritt sind dies regelbasierte, repetitive Prozesse und Tätigkeiten, gerade um anfänglich schnelle Ergebnisse zu erzielen. Mit der Veröffentlichung der „Top 10 Strategic Technology Trends 2020“ prägte Gartner den Begriff „Hyperautomation“.

Gartner-Definition |
“Hyperautomation deals with the application of advanced technologies, including artificial intelligence (AI) and machine learning (ML), to increasingly automate processes and augment humans.”

Was ist Hyperautomation?

Hyperautomation geht weiter als die Automatisierung reiner Standardaufgaben: Was automatisierbar ist, wird automatisiert. Gartner beschreibt mit Hyperautomation den Ansatz, mithilfe verschiedenster, moderner Technologien auch komplexe und lange Prozesse möglichst umfangreich zu automatisieren. Dieser Prozess kann mit RPA als Kernstück beginnen, umfasst aber auch andere Tools und Technologien. Zum Beispiel: intelligente Business-Process-Management-Software (iBPMS) und Künstliche Intelligenz (KI) in Form von Process Mining, Machine Learning, Natural Language Processing (NLP, Verarbeitung natürlicher Sprache) etc. So können Organisationen immer mehr auch Wissensarbeit automatisieren.

Wer Hyperautomation konsequent betreibt, kreiert quasi nebenbei einen digitalen Zwilling der Organisation (Digital Twin of an Organization, DTO). Dieser digitale Zwilling ermöglicht es, Prozesse, Abläufe, Erfolgskennzahlen und deren Zusammenwirken zu visualisieren. Diese gesamthafte Sicht mit kontinuierlich in Echtzeit generierten Informationen kann neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

Gartner beschreibt auf dem Weg zu Hyperautomation drei Schritte:

  1. Geschäftliches Ziel definieren (zum Beispiel in Bezug auf Kosten, Umsatz, Risiko)
  2. Prozesse optimieren (inklusive Industrialisierung und Skalierung)
  3. Auswahl und Kombination entsprechender Tools und Technologien (mit KI, RPA etc.)


Vorteile von Hyperautomation

  • Schnelle (automatisierte) Identifikation automatisierbarer Prozesse
  • Effiziente Automatisierung mithilfe von Komponenten Künstlicher Intelligenz
  • Befähigung der ganzen Organisation zur Automatisierung
  • End-to-End-Automatisierung: Möglichst vollständige Automatisierung komplexer, langer Prozesse
  • Management des kompletten Lifecycles der Automatisierung


Intelligent Process Automation versus Hyperautomation?

Intelligent Process Automation (IPA) – oder auch Cognitive Process Automation genannt – beschreibt die Verbindung von RPA mit intelligenten Komponenten. Dies kann Computer Vision sein, also das intelligente Sehen und Erkennen von Texten, Bildern und Zeichen, ebenso wie Machine Learning oder NLP. Das Capgemini Research Institute schätzt, dass große Organisationen im Jahr 2020 rund 500 Milliarden Dollar an Kosteneinsparungen durch IPA erzielen werden.

IPA beschreibt die Kombination von RPA mit intelligenten Technologien. Dies ist bei Hyperautomation auch der Fall. Aber Hyperautomation greift noch weiter: Hyperautomation ist der umfassende Ansatz, möglichst vollumfänglich zu automatisieren. Dies ist nicht auf RPA und KI beschränkt.

Gartner betrachtet Hyperautomation als einen Zustand, den Unternehmen für den Erhalt ihrer künftigen Wettbewerbsfähigkeit benötigen. Hyperautomation bringt verschiedene Auswirkungen mit sich, darunter:

  • Ein größerer Umfang der Automatisierung. Der Umfang der Prozessautomatisierung wird wachsen und sich von einfachen Aufgaben auf Wissensarbeit verlagern.

  • Einsatz zahlreicher Tools und Technologien. RPA allein reicht nicht aus. Es braucht verschiedene Technologien und vor allem maschinelles Lernen. Die Kunst wird darin liegen, die „richtigen“ Technologien auszuwählen, zu orchestrieren und zu steuern.

  • Hohe Agilität und agiles Prozessmanagement. Organisationen müssen in der Lage sein, Prozesse schnell neu zu konfigurieren und zu optimieren. Das erfordert Agilität.

  • Engagement der Belegschaft. Die Mitarbeiter müssen ihre Arbeitsabläufe hinterfragen, optimieren und neu erfinden. Dafür müssen sie Automatisierung verstehen und aktiv einsetzen. Höhere Effekte erzielen sie dabei durch abteilungsübergreifende Initiativen.


Intelligent, integriert oder Hyper – Prozessautomatisierung ist Zukunft

Eines steht fest: Robotic Process Automation ist nicht tot, im Gegenteil. RPA wird aber zunehmend mit Künstlicher Intelligenz kombiniert bzw. bereits von den Anbietern damit ausgestattet. Während es bei den Begriffen integrierte Automatisierung oder Intelligent Process Automation vor allem um die Einbindung intelligenter Komponenten geht, greift Hyperautomation deutlich weiter. Hyperautomation ist keine Technologie oder ein Zustand, es umschreibt einen Ansatz und ein Bestreben, möglichst umfassend zu automatisieren.

Automatisierung wird damit wohl ein fester Bestandteil unserer Zukunft. Oder anders: Zukunft ist Automatisierung. Wer diese verpasst und nicht ernst nimmt, sollte einen Blick auf die Unternehmen werfen, die die Digitalisierung verschlafen haben (wie Kodak, einer der großen Verlierer der Digitalisierung). 

Servicetrace hat es sich von Beginn als Ziel gesetzt, eine Automatisierungsplattform zu entwickeln, mit der Organisationen alle Aspekte von RPA erfolgreich managen können. Das umfasst zum einen den kompletten Lifecycle von RPA inklusive aller Beteiligten. Zum anderen ist die Plattform darauf ausgelegt, RPA gemäß dem Hyperautomation-Ansatz möglichst umfassend einzuführen:

  • Aufgrund einer hochdynamischen, einzigartigen RPA-Skalierungstechnologie können Unternehmen RPA schnell und kostengünstig skalieren.
  • Die intuitive Bedienbarkeit samt Nutzerführung der RPA-Plattform X1 befähigt alle Mitarbeiter schnell zur eigenhändigen Automatisierung in einer guten Qualität, was für den Rollout von RPA in der ganzen Organisation ein großer Hebel ist.
  • Die Plattform ermöglicht die einfache, nahtlose Integration von KI-Komponenten sowie die Automatisierung komplexer und sehr umfangreicher Prozesse.

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